Minister steht zur Umgehung

20.03.2010, 08:26 Uhr | Westfälische Nachrichten, Wilhelm Schmitte
Günter Glose erklärt Minister Lutz Lienenkämper, dem Landtagsabgeordneten Wilfried Grunendahl und Gerhard Schomberg (von rechts) die Trassenführung der Dorfentlastungsstraße. Foto: Wilhelm Schmitte
Günter Glose erklärt Minister Lutz Lienenkämper, dem Landtagsabgeordneten Wilfried Grunendahl und Gerhard Schomberg (von rechts) die Trassenführung der Dorfentlastungsstraße. Foto: Wilhelm Schmitte

Aber: Lutz Lienenkämper lässt sich beim zweiten Bauabschnitt nicht auf ein Zeitfenster festlegen

-ws- Lienen. Gewiss, von der Notwendigkeit des zweiten Bauabschnitts der nördlichen Dorfentlastungsstraße ist Lutz Lienenkämper (CDU) überzeugt. Aber einen terminlichen Horizont („Ich habe noch nie eine zeitliche Aussage getroffen seit ich im Amt bin, weil ich weiß: In Deutschland ist alles kompliziert“) lässt sich der nordrhein-westfälische Verkehrsminister nicht entlocken.
Der 40-Jährige informiert sich am Freitag auf Einladung der heimischen Christdemokraten über Lienens wichtigstes Verkehrsprojekt. Auf dem Parkplatz am neuen Feuerwehrhaus erklärt an diesem windigen März-Vormittag Günter Glose von der Gemeindeverwaltung dem Minister die Situation. „Der zweite Abschnitt muss gebaut werden“, ist der Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen überzeugt, um Bürgern Unsicherheiten zu nehmen. Der Kreis hat den allerersten Aufschlag“, sagt Lutz Lienenkämper mit Blick auf die Zuständigkeit. Weil die Umgehung eben eine Kreisstraße ist.
Auf die Frage, ob er Lienen Rückenwind gibt, antwortet der Minister: „Ich unterstützte jede Umgehungsstraße im Rahmen unserer Möglichkeiten, weise aber darauf hin, dass es eine Kreisstraße ist.“ Andererseits: Stückwerk kann sich der Politiker aber auch nicht vorstellen. Im Kreis genießt die Umgehung Lienen eine sehr hohe Priorität. Darauf weist der CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Steinfurter CDU-Kreistagsfraktion, Wilfried Grunendahl hin. „Wir werden natürlich nicht nur einen ersten Bauabschnitt bauen und das so einfach liegen lassen. Daher treten wir in intensive Gespräche mit der Gemeinde und dem Land.“
Planungsgespräche zwischen Kreis und Land, so der Minister, hat es bereits gegeben. „Die Notwendigkeit ist offenkundig“, urteilt der Politiker über den zweiten Bauabschnitt.
Während der Begrüßung macht der Vorsitzende der CDU Lienen/Kattenvenne, Gerhard Schomberg, auf den Stellenwert der Umgehung aufmerksam: „Für uns ein ganz wichtiges Vorhaben.“ Kurz angeschnitten wird auch das Thema Radwege. Grunendahl weist auf das erfolgreiche Projekt Bürger-Radwege entlang von Landstraßen hin. Das soll jetzt auch auf Kreisstraßen ausgedehnt werden. Voraussetzung ist, dass sich eine Bürgerinitiative bildet.

Im Juli kommen die Bagger
Die Umgehung ist seit 1933 in der Planung. Im August 2009 ist der erste Spatenstich für den ersten Bauabschnitt (Niemanns Kurve bis Holperdorper Straße) erfolgt. Im Juli rücken die Bagger und Bauarbeiter an. 2011 soll der erste Abschnitt fertig sein.